Bei der Diskussion über die Kleiderordnung bei der Schach-WM scheint sich ein Sieger abzuzeichnen. Und der heißt „Jeans“.
Da kennt der Schach-Weltverband FIDE keinen Spaß: Die Teilnehmer seiner Wettbewerbe müssen ordentlich gekleidet sein. Heißt: keine Jeans. Eigentlich! Denn für Magnus Carlsen gibt es jetzt eine Ausnahme: Jeans sind ab jetzt erlaubt und die Regeln werden nicht mehr ganz so streng ausgelegt. „Die offizielle Kleiderordnung ist nach wie vor einzuhalten, aber elegante kleine Abweichungen (zu denen insbesondere eine zur Jacke passende Jeans gehören kann) sind erlaubt“, teilte der Verband mit.
Damit kann der Titelverteidiger nun doch bei der Blitzschach-WM antreten, die am Montag gestartet ist. Und das wird Carlsen wohl definitiv in Jeans tun, wie er auf X ankündigte. „Oh, I am definitely playing in jeans tomorrow“ („Oh, ich werde morgen definitiv in Jeans spielen“).
Info: Blitzschach und Schnellschach sind Varianten des Schachspiels mit verkürzter Bedenkzeit. Dabei ist die Zeit beim Blitzschach noch knapper als beim Schnellschach.
Jeans-Eklat bei Schnellschach-WM: Was war passiert?
Magnus Carlsen, aktueller Titelverteidiger, war am Freitag zur Schnellschach-WM in New York in diesen verbotenen Beinkleidern gekommen. Da er damit gegen die Kleiderordnung verstieß, brummten ihm die Veranstalter nach seiner zweiten Partie eine Geldstrafe von 200 US-Dollar auf. Außerdem stellten sie ihm ein Ultimatum – er möge sich doch bitte umziehen.
Statt dem nachzukommen, nahm sich der 34-jährige Norweger selbst aus dem Turnier und sagte adieu. Er wollte abreisen, wohin das Wetter besser ist und damit auch nicht bei der Blitzschach-WM antreten, die danach startete.
Auf X postete er ein Bild seines „OOTD“ („Outfit Of The Day“):
FIDE: Kleiderordnung war bekannt
Diese Regeln würden seit Jahren gelten, seien allen Teilnehmern bekannt und würden ihnen vor jeder Veranstaltung mitgeteilt, so FIDE.
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Lässt sich von den Klamotten auf das Verhalten ihres Trägers schließen? Im Fall von Jogginghosen trifft das nach Meinung eines Pforzheimer Café-Inhabers zu.
Carlsen: „Habe nicht über die Jeans nachgedacht“
Magnus Carlsen hatte nach seinem Aus in einem Interview auf dem Youtube-Kanal von Take Take Take, einer von ihm mitentwickelten Schach-App, gesagt: „Ich hatte ein nettes Lunch-Meeting, bevor ich hierher kam. Ich hatte kaum Zeit, nochmal aufs Zimmer zu gehen, um mich umzuziehen.“
Nachdem ihm ein Ultimatum gestellt worden sei, habe er angeboten, am nächsten Tag in anderen Klamotten zu kommen. Aber FIDE wollte, dass er die Hose noch am selben Tag wechsle. Und da sei es ihm dann ums Prinzip gegangen. Er werde nicht mehr weiterspielen und dorthin reisen, „wo das Wetter ein bisschen besser ist als hier“, sagte Carlsen. Ohnehin habe er seine Probleme damit, wie FIDE mit Spielern umgehe.
Instagram- und X-User zu Carlsen: „We love your jeans“
Auf seinen Instagram- und X-Kanälen kommentierten die Leute massenhaft Carlsens Outfit. Von „we love your jeans“ über „Jeans > FIDE“ bis hin zu:
Nur Jeans-Hosen?! Wie wäre es einfach komplett im Jeans-Style?
Endlich konnte die Nummer 1 der Schach-Weltrangliste besiegt werden:
Manche User legten Carlsen auch nahe, auf den Weltverband FIDE zu verzichten und einen eigenen Schachverband zu gründen. Andere kritisierten sein Verhalten, finden es peinlich oder fragten, wieso er seine Hose nicht einfach gewechselt habe, wenn das der Dresscode bei der WM ist.
Vielleicht war die Aktion aber auch einfach ein Geheimtipp:
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