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Von Autor/in Michael Haas, Onlinefassung Kristoph Sachsenweger

Rubin und Karow ermitteln diesmal zwischen Dating-App und Mutter-Liebe, viel Sex und wenig Wärme. Aber reicht das für die Krimi-Spannung?

Die Eltern wollen einfach nicht wahrhaben, dass die Polizei die Leiche ihrer Tochter gefunden hat. Sophia hat Medizin in der Charité studiert und war eine lebenslustige junge Frau. Natürlich war sie wie viele bei einer Dating-App angemeldet. Dort hatte sie auch ihr letztes Date ausgemacht – also eigentlich zwei. Denn sie hat die Nacht mit Julia und mit Dennis verbracht. Irgendwann tauchen die beiden bei der Polizei auf. Erst hätte sie mit Sophia „gebumst“, dann später sei Dennis dazugekommen, sagt Julia später aus. 

Erst die Dating-App, dann der Mord

Die Kommissare wollen das überprüfen, und wundern sich: Dennis‘ Wohnung wurde von jemandem sauber gemacht, der sich echt auskannte. Passend stellt sich heraus, dass die Mutter Streifenpolizistin ist, der Vater beim Wachdienst. Da liegt der Verdacht nahe, der Vater vernichte professionell die möglichen Spuren seines Sohnes, und die Mutter bequatscht den Sohn bei der Polizei zuzugeben, dass die drei sich gekannt haben, um ehrlich zu erscheinen. Das würde aber bedeuten, die Mutter habe Ahnung, ihr Sohn habe was mit dem Mord zu tun. Nicht zu Unrecht, möglicherweise.  

Können Eltern zu sehr lieben?

Denn das ist eins der Haupt-Themen in diesem Tatort: Eltern, die einfach alles für ihre Kinder tun, und dann irgendwann, wenn‘s zu spät ist, feststellen müssen: Das hat alles zu gar nichts geführt, im Gegenteil. Ihr Nachwuchs ist gerade dadurch total missraten, unsozial und egoistisch geworden. 

„Haben die den Arsch offen?“, fragt die Kommissarin, als plötzlich Ermittlungsdetails in der Zeitung stehen. „Das hab ich nicht überprüft, das war mir zu intim“, antwortet darauf der neue Assistent. Ein gelungener Einstand, da gibt es bald hoffentlich mehr!

Interessant ist, dass Rubin und Karow den Fall nur lösen können, wenn sie ihre Zeugen durcheinanderbringen. Gerade Nina Rubin geht dabei bis an die Grenze. Und, wie sich herausstellt, auch darüber hinaus. „Das hätten wir nicht machen dürfen“, bereut sie später.

Fazit zu Tatort Berlin: Harte Sprache reicht nicht aus

Sein großes Thema aber verpackt der Tatort aus Berlin in einen mäßig spannenden Krimi, den man von mir aus als gelungene Milieu-Studie beklatschen kann. Im Großen und Ganzen ist das auch unterhaltsam. Dafür ist die Stimmung aber extrem kalt und unnahbar. Genauso wie in der Sprache, da wird gebumst, gefickt, gevögelt und Arsch und Alter fliegen quer durch den Krimi. Das wirkt auf mich übertrieben großstädtisch. Ein interessanter Fall mit viel Sex und wenig Wärme - und zu wenig Krimi-Spannung.

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Kristoph Sachsenweger
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