Tatort-Wiederholung heute (30.6.): Ballauf und Schenk aus Köln
Der Tatort Köln „Hubertys Rache“ fällt in die Tatort-Sommerpause 2024. Zuerst lief der Tatort mit Ballauf und Schenk am 27.03.2022. Hier gibts die Tatort-Kritik zur Wiederholung:
Genauso wie die Münchner sind auch die Kölner Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) echte Tatort-Urgesteine. „Hubertys Rache“ ist ihr 84. gemeinsamer Fall. Und da bekommen sie es mit einer Geiselnahme auf einem Ausflugschiff zu tun. Ein Tatort, der auch ohne die ganz große Aktion richtig spannend ist, findet unsere Tatort-Checkerin Simone Sarnow.
Bombendrohung auf dem Ausflugsschiff in Köln
Der Mitarbeiter des Ausflugsschiffs Agreppina, dessen Leiche am Rheinufer gefunden wird, ist nur gestorben, weil er Daniel Huberty bei seinen Vorbereitungen für einen ganz anderen Plan in die Quere gekommen ist. Denn er nimmt die nichts ahnenden Passagiere des Schiffs, das gerade an einem sonnigen Tag auf dem Rhein schippert, als Geiseln. Er droht, das Schiff mit einer Bombe in die Luft zu sprengen, wenn die Polizei seine Forderungen nicht erfüllt.
Ermittlungen der Tatort-Kommissare: sexueller Missbrauch
Er möchte, dass fünf Menschen an Bord sind – und zwar die, die er für seine gescheiterte Existenz verantwortlich macht. Diese fünf Personen sollen ihn per Video-Livestream vor der ganzen Welt rehabilitieren. Der ehemalige Gymnasiallehrer Huberty ist nämlich vor Jahren wegen einer Beziehung mit einer 14-jährigen Schülerin verurteilt worden. In seinen Augen ein abgekartetes Spiel, denn für ihn ist die Beziehung bis heute Liebe.
Ballauf als verdeckter Ermittler
Die Kommissare fragen sich: Wie sollen wir diesen Mann, der ganz offensichtlich so gekränkt und wütend ist, dass ihm alles zuzutrauen ist, stoppen? Ballauf hat seine eigene Idee: Er will sich als eine der Personen ausgeben, die Huberty auf dem Schiff haben will. Und obwohl es von diesem Mann kein öffentliches Foto zu geben scheint, hält Kollege Schenk gar nichts davon, dass sich sein Kollege in Lebensgefahr begibt. Deshalb ist er vor Sorge um Ballauf ziemlich schnell selbst mit den Nerven am Ende.
Dieser Tatort wechselt perspektivisch immer wieder zwischen der Weite des Rheinpanoramas und der beklemmenden Enge unter Deck. Und man fragt sich: Wie will die Polizei den Täter stoppen? Wer dreht zuerst durch – Huberty oder eine der Geiseln?
Tatort Kritik „Hubertys Rache“: hoher Spannungsfaktor
Ist Huberty wirklich so unschuldig, wie er sich selbst empfindet? Was sagt das Mädchen von damals dazu? Dieser Tatort lebt von all diesen Fragen, von seiner beklemmenden Spannung von Anfang bis Ende und einem grandios eindringlich spielenden Stephan Kampwirth als Huberty – da verzeiht man auch die ein oder andere kleine Schwäche, wenn die Story etwas zu konstruiert wirkt. Von mir gibt’s deshalb 4 von 5 Elchen.